Umspannwerk Recklinghausen

Warumich zum umspannen kam ist ganz einfach. Wir fuhren wieder einmal aus dem Münsterland zurück in die Heimat und sahen eins der braunen touristischen Hinweisschilder an der Autobahn „Umspannwerk Recklinghausen“  … und anders als beim letzten Mal, merkte ich mir die Aufschrift bis zu Hause. Rechner an und Googeln das Ergebnis: „Museum für Strom und Leben“

Ist das was? Irgendwas von der RWE, soweit sieht man es durch das Logo auf der ersten Seite, aber was befindet sich in der Ausstellung? Lohnt sich ein Besuch und warum ist das Ganze mir bisher noch nicht bekannt gewesen?

Das sehen wir uns doch mal selber an. Termin ist schnell gefunden und ab nach Recklinghausen. Erste Verunsicherung auf dem Parkplatz, es steht nur unser Auto dort und wir fragen uns ob wir was mit den Öffnungszeiten falsch  gelesen hatten. Nein hatten wir nicht es war offen und es scheint  nicht gerade Saison gewesen zu sein, oder nicht nur ich kennen dieses Museum nicht. Nach Entrichtung des moderaten Eintritts sind wir gespannt  und Elektrisiert was sich in einem so schönen Backsteinbau aus dem Jahre 1926/27 alles verstecken mag.

Ich schicke etwas voraus, was mir erst beim Besuch klar wurde. Das Umspannwerk ist nicht nur ein Museum, sondern vor allem noch immer ein Umspannwerk. Da  die neue Technik aber bei weitem nicht mehr so viel Platz wie bei der ursprünglichen Planung benötigt, wurde der freigewordene Raum noch mit einem Anbau versehen und beherbergt heute so dieses Museum.

Durch die noch vorhandene alte und die noch benötigte neue Technik im Gebäude wirkt die Ausstellung zuerst wenig  sinnvoll gegliedert. Daher schildere ich einmal was jemanden dort erwartet, und halte mich nicht so sehr an die Reihenfolge in der die Gegenstände  zu sehen sind.

Im ersten Obergeschoss des Altbaus ist ein Film zu sehen, dass die alte und neue Technik im Hause erklärt und somit den Bezug zum Bauwerk herstellt. Solange man den Film nicht gesehen hat sind die alten Einbauten für den „normalen“ Besucher erst einmal nur bunte Metall Installationen. Der Film ist sehr informativ und erklärt gut was man im Hause sieht und warum überhaupt Umspannwerke benötigt werden, und wie der „Transport“  des Stromes  vom Kraftwerk bis zu uns nach Hause funktioniert.

Der Rest der Ausstellungsfläche widmet sich dem Thema „Strom und Leben“  Deshalb nun erst einmal zurück in den Eingangsbereich und der Reihe nach beschrieben.

Im Eingangsbereich finden sich Experimente und Versuchsaufbauten zur Elektrisierung und einige alte Generatoren zur Stromgewinnung. Es wird also die Grundlage der Elektrifizierung beschrieben.

Rechter Hand im Anbau ist eine Halle in der Elektroautos ausgestellt sind. Dies ist in meinen Augen der „schwächste“ Teil der Ausstellung, da wenig erklärt wird und sich mir das Konzept nicht erklärte.

Im Untergeschoss des Altbaus befindet sich die begehbare Asservatenkammer und die Werkstätten, welche nur bei Programm und bei angemeldeten Schulklassen genutzt werden. In der Asservatenkammer stehen Ausstellungsstücke, die es in die eigentliche Ausstellung nicht geschafft haben, aber trotzdem sehenswert sind. Da diese Gegenstände nicht in der Ausstellung stehen fehlt natürlich jegliche Beschreibung.  Wir fanden den Bereich aber auch ohne dies sehenswert.

Im Obergeschoss des Neubaus ist nun die eigentliche Ausstellung. Hier finden  Sie die Zeugnisse der Elektrifizierung unserer Gesellschaft. Im ersten Teil sieht man die Exponate aus der Industrie, der Bürowelt bis hin zum Handwerk und dem Heilwesen. Die Exponate sind aus mehreren „Epochen“ zeigen also auch den Fortschritt und die Weiterentwicklung.

Im Anschluss daran stehen dann Exponate aus dem Privaten Haushalt. Es wird dargestellt wie auch im privaten Haushalten langsam aber sicher immer mehr Werkzeuge und Gegenstände elektrifiziert wurden. Erst der Waschbottich das Licht und der Herd, dann immer mehr  Gegenstände bis hin zur Unterhaltungselektronik und der Freizeitgestaltung. Alles was geht hat heute anscheinend einen Stromanschluss erhalten, wenn auch das ein oder andere mich doch zum schmunzeln brachte, da für mich nicht jede Elektrifizierung  unbedingt einen Sinn Ergibt. Ok es gibt bestimmt Menschen, die einen elektrischen Jogurt Bereiter toll finden, aber braucht man so etwas wirklich?

Ob sinnvoll oder nicht, alle Gegenstände findet man nun hier als breiten Querschnitt und ich bin mir sicher, dass Sie so wie ich auch den einen oder anderen Klassiker wieder entdecken werden.

In der Abteilung Freizeitgestaltung  möchte ich besonders den nachgebauten Kinosaal empfehlen. Hier wird ein kleiner Film gezeigt, der uns sehr gefallen hat.

Fazit auf die Schnelle:

Es lohnt sich ein Besuch! Anders als ich erst befürchtete ist es keine „Werbesendung“ für einen unser Stromerzeuger und warum ich noch nie hier war kann nur an der Eigenwerbung liegen.

Der Zeitaufwand liegt etwa bei 3 Stunden, also perfekt für einen verregneten Nachmittag.

Das Personal war sehr freundlich und aufmerksam.

Parken am Haus ist kostenfrei möglich.

Das Fotografieren im Hause ist nur möglich, wenn man vorher ein Dokument ausfüllt in dem man sich verpflichtet die privaten Bilder nicht im Internet zu verbreiten. Dies ist auch der Grund, warum mein Bericht ganz ohne Fotos auskommen muss.