Erkennen?

Er kann es nicht ertragen!

Was? Das Sterben, das Unrecht, das Leid?

Nein, der Mensch kann das Mittelmaß nicht ertragen, daher ist er auch bereit jeder kruden Idee, jedem Heilsbringer und jedem System zu folgen, wenn er nur ein Teil davon sein kann.  Ein Teil von etwas größeren, ist aber nur ein Teil und nicht mal etwas Bestimmendes. Warum aber investiert der Mensch so wenig in etwas neues, was aus Ihm selbst etwas Großes schafft? Das ist die Frage, aber die Antwort ist bestimmt: Der Mensch erträgt das Mittelmaß nicht und eigentlich ist er genau das. Wir sind, was wir nie sein wollten? Ich glaube schon und was machen wir daraus? Wir ignorieren was sein muss, und oder könnte, und machen, was uns zu einem Teil macht, auch wenn es uns unterdrückt, beschämt oder sogar umbringt. Nun gut, wie es in „Ghost Busters“ hieß: „Die Form der Zerstörung wurde gewählt“  Nun kommt wohl, was kommen muss, der Mensch stirbt im Mittelmaß, voller Selbsthass. Und nun?

Ist klar, passt irgend wie, oder wer wundert sich noch?

Leben in Deutschland 2016 ist irgend wie komisch. Politiker sind wie entfesselt und machen immer unverholener Mist, der nur wenigen hilft. Menschen haben Angst und die Bedrohungen werden immer größer, doch Ohnmacht wächst  und wird zu Aggression an den Rändern, doch stellen sich meist nur Arm gegen Arm. Konzerne nehmen sich immer unverholener das Recht der Tat und kommen scheinbar damit durch. Politik bietet keine Alternativen, keine Lösungen und gewinnen, wenn der Wähler sich frustriert abwendet. Lösungen sind möglich, nötig und überfällig, doch will keiner abgeben, der einmal am Topf saß und alleine Aß. Das Bild jeder kann es schaffen ist in allen Köpfen so eingebrannt, dass selbst die schon lange Abgehängten nur noch nach unten treten. Wie lösen sich all diese Knoten? Was ist Ursache, was Wirkung und was ist mein Teil an alle dem?

Auch wenn alles was einer alleine macht, kaum eine sichtbare Wirkung zeigt, wiegt es doch am ende des Tages. Leben in Deutschland bleibt, mit oder ohne komischem Gefühl.

Erfahrungen bei der Sammlung von Unterschriften für Inge Hannemanns Petition Teil 2

Ich wollte mal eine Sammlung von Argumenten auflisten, die ich bei der Sammlung gehört habe, warum man nicht unterschreiben wollte. Unterschrieben werden konnte die Liste zur Petition gegen die Sanktionen bei ALG 2 Empfängern. Wer eins hiervon für Sich „unterschreiben“ kann, bitte sprich mich an, damit wir mal darüber reden können. 😉

  • Ich kann nicht unterschreiben, ich beziehe selbst ALG2.
  • Ich habe angst, meine Daten werden genutzt um eine Kartei von Systemgegnern auf zu bauen.
  • Ich arbeite beim Jobcenter und will meinen Job nicht verlieren.
  • Ich arbeite beim Jobcenter, und bin loyal zu meinem Arbeitgeber.
  • Mich kann das nicht betreffen, daher ist mir das egal.
  • Ich bekomme ja auch kein Geld vom Amt, da mein Mann zu viel verdient.
  • Ich bekomme keine Sanktionen, die Leute, welche eine bekommen sind nur zu dumm.
  • Wer was falsch macht, soll auch dafür büßen.
  • Die bekommen eh zu viel Geld für’s Nichtstun.
  • Ich hab auch kaum was zum Leben, und die bekommen auch noch Geld für die Wohnung, ich von meiner kleinen Rente von 540€ muss hingegen meine Miete selber zahlen, da können die auch mal verzichten.
  • Wer Harz 4 bekommt will eh nicht arbeiten und hängt uns am Bein.
  • Sozialschmarotzer, mit denen muss man noch härter umgehen
  • Hör mir auf mit Harz 4 Empfängern, ich kenne da viele, die eh nur saufen und rauchen und am Monatsanfang zum Amt rennen.
  • Ich hab da keine Ahnung von ich werde nie in Harz 4 kommen.
  • Ich hab keine, Zeit ich hab Pause.
  • Nee meine Daten werden eh nur gespeichert.
  • Wir haben doch eh keine Chance, die da Oben machen doch schon lange nichts mehr für uns.
  • Das kommt doch eh nicht an.
  • Die 50000 erreich Sie doch eh nicht.
  • Das bewirkt doch nichts.
  • Uns haben die vergessen und wir passen nicht mehr ins System.
  • Ich bin nicht von hier.
  • Die brauch was anderes in Berlin.
  • Ich bin schon im Buchclub.
  • Ich hab einen Termin im Amt, da darf ich nicht zu spät kommen.

 

 

Erfahrungen bei der Sammlung von Unterschriften für Inge Hannemanns Petition Teil 1

Ich schäme mich,

dies war die bewegenste Aussage bei der gestrigen Sammlung zur Petition von Inge Hannemann. Diese Aussage kam von einer Frau, die ich angesprochene hatte. Es gab noch andere Aussagen, die mich bei dieser Frau bewegten, aber es gab mir auch die Bestätigung, am richtigen Ort, das richtige zu tun.
Ich kann kaum alles wieder geben, aber glaubt mir das Gespräch wirkt nach. Ich sprach die Dame an, ob sie sich beteiligen möchte. Sie antwortete nur ich kann nicht unterschreiben, ich arbeite da. (Sie zeigte dabei auf das Jobcenter) Ich bin froh einen Job zu haben und mache nichts um diesen Job zu gefährden. Ich antworte nur, dass wir noch in einer Demokratie leben und die Daten ja nur für den Bundestag sind. Für diese Aussage erhielt ich ein trauriges Lächeln und es begann eine ausgiebige Unterhaltung.
Ich kann wie schon geschrieben nicht alles wieder geben, daher nun die traurigen Highlights in Listen form:
Ich schäme mich bezog sich auf ihre Beschäftigung im Jobcenter und wurde mit der Aussage ergänzt, dass sie im Bekanntenkreis keinem mehr erzählt wo sie arbeitet.
Bei manchen Begegnungen an ihrem Schreibtisch kommen ihr einfach nur die Tränen, die Menschen haben aber auch häufig weder Chance noch Perspektiven.
Es ist doch auch so: Sagt man, dass man H4ler ist, ist man direkt fünf Etagen tiefer im Ansehen, da wird man auch gleich in einen Sack gesteckt und Jobs, die einen da raus holen könnten, die gibt es ja nicht mehr.
Sanktionen sind ja gewünscht, aber wem die helfen? Änder tuen die aber nichts…

Wie schon geschrieben, das Gespräch wirkt bei mir nach, und ich hoffe ausgesprochen wirken die Aussagen auch bei der Frau nach, sie schien mir auf einem guten Weg.